Marktkommentar 1. Quartal 2026
Das erste Quartal 2026 war von einer ungewöhnlich hohen Dichte an handels- und geopolitischen Ereignissen geprägt, die die globale Konjunktur und Kapitalmärkte massgeblich beeinflussten. Gleich zu Beginn des Jahres markierte die militärische Aktion der USA gegen Venezuela, bei der Staatschef Nicolás Maduro festgenommen und in die USA überführt wurde, einen geopolitischen Wendepunkt. Im weiteren Quartalsverlauf blieb das politische Umfeld angespannt und mündete in einer unberechenbaren Eskalation im Nahen Osten.
Aus konjunktureller Sicht mehrten sich die Anzeichen einer Abschwächung in den USA. Der Arbeitsmarkt kühlte sich stärker als erwartet ab, was sich in einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4.4% widerspiegelte. Unternehmen agierten zunehmend zurückhaltend bei Neueinstellungen, was sowohl auf Unsicherheiten im Zusammenhang mit Zöllen als auch auf die Entwicklung und den Einsatz künstlicher Intelligenz zurückzuführen ist. Parallel dazu blieb die Handelspolitik von hoher Unsicherheit geprägt: Ankündigungen neuer Zölle wurden kurzfristig wieder zurückgenommen, bestehende Zölle gerichtlich aufgehoben und anschliessend auf anderer gesetzlicher Grundlage wieder eingeführt. Für Unternehmen resultiert daraus weiterhin eine geringe Planungssicherheit, was sich dämpfend auf Investitionen und wirtschaftliche Dynamik auswirkt. Zuletzt wurde zudem das annualisierte BIP-Wachstum für das vierte Quartal 2025 von 1.4% auf 0.5% nach unten revidiert.
Im Euroraum wuchs das BIP im Jahr 2025 um 1.3% gegenüber dem Vorjahr, wobei sich insbesondere Spanien und Polen als Wachstumstreiber hervortaten. Auch die Schweiz konnte nach einem schwachen dritten Quartal doch noch ein Wachstum von 1.4% für das Jahr ausweisen. Der private Konsum und die Investitionstätigkeit kompensierten dabei weitgehend die weiterhin schwache Exportdynamik. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass der zuvor rückläufige Industriesektor zu Beginn des neuen Jahres in mehreren europäischen Ländern erstmals seit Monaten wieder ein moderates Wachstum verzeichnen konnte. Der Arbeitsmarkt blieb robust und im Euroraum gab es Arbeitslosenquoten nahe historischer Tiefststände.
In Asien wies China für das Jahr 2025 ein BIP-Wachstum von 5% aus, wobei sich die Dynamik im Jahresverlauf abschwächte und das Schlussquartal das schwächste Wachstum seit drei Jahren verzeichnete. Belastend wirkten weiterhin die schwache Binnennachfrage sowie rückläufige Investitionen, insbesondere im Immobiliensektor.
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