Marktkommentar 3. Quartal 2025
Das dritte Quartal 2025 stand im Zeichen einer nach wie vor lebhaften Investitionstätigkeit im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), begleitet von einem gemischten wirtschaftli-chen Umfeld und fortbestehenden Handelskonflikten. In den USA wurde das BIP für das zweite Quartal auf eine annualisierte Wachstumsrate von 3.8% nach oben revidiert. Die Dynamik wurde vor allem durch einen starken privaten Konsum und eine Normalisierung der Importe nach dem Vorzieheffekt im Frühjahr getragen. Auf der politischen Bühne dominierten erneut die US-Handelsbeziehungen. Mit Japan, der Europäischen Union und Südkorea konnten Rahmenabkommen mit einer Basis-Zollrate von 15% abgeschlossen werden. Die Verhandlungen mit China wurden Anfang August um weitere 90 Tage verlängert. Damit gelten weiterhin Strafzölle von 30% auf chinesische Importe, während China seinerseits 10% auf US-Waren erhebt.
Für die Schweiz blieb die Lage belastet. Am 1. August kündigte die US-Regierung einen 39%-Zoll auf Schweizer Waren an. Kurz vor Quartalsende folgte die nächste Hiobsbot-schaft: Präsident Trump plant 100%-Zölle auf ausländische Pharmaprodukte. Dies könnte die Schweizer Pharmakonzerne Roche und Novartis direkt betreffen. Beide Unternehmen haben jedoch frühzeitig damit begonnen, Teile ihrer Produktion in die USA zu verlagern, wodurch sie voraussichtlich von den neuen Zöllen ausgenommen bleiben. Dennoch steht die Schweizer Exportwirtschaft unter Druck, auch wegen des starken Frankens. Die Ex-portdaten für Juli und August zeigten einen deutlichen Rückgang. Positiv wirkte dagegen der private Konsum, gestützt durch einen robusten Arbeitsmarkt und tiefe Inflation.
In Europa hellte sich die Lage leicht auf. Das BIP-Wachstum gegenüber dem Vorjahr lag bei 1.5%, während die Arbeitslosigkeit weiterhin auf tiefem Niveau verharrte. Die Inflationsrate blieb nahe dem 2% -Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Dienstleistungsaktivität zog in Deutschland, Italien und Spanien an, während Frankreich aufgrund politischer Unsi-cherheit zurückblieb. Gleichzeitig blieb auch hier der Aussenhandel schwach: Neue Ex-portaufträge gingen bereits das 28. Mal in Folge zurück, was auf ein weiterhin fragiles Welthandelsumfeld hinweist.
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