Marktkommentar 4. Quartal 2025
Das Berichtsquartal war geprägt von hoher politischer und geopolitischer Unsicherheit, welche Konjunktur und Finanzmärkte beeinflusste. Im letzten Quartal im Zentrum stand der Government Shutdown in den USA, der sich mit über 40 Tagen zum längsten Still-stand der Geschichte ausweitete und das Vertrauen in die politische Handlungsfähigkeit des Landes belastete. Neben Verzögerungen bei wichtigen Konjunktur- und Arbeitsmarkt-daten verstärkten Diskussionen über mögliche Stellenstreichungen im öffentlichen Sektor die Unsicherheit. Gleichzeitig zeigten sich erste Belastungsspuren am US-Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote stieg im November auf 4.6% und erreichte damit den höchsten Stand seit Herbst 2021. Parallel dazu verschärften sich die handelspolitischen Spannun-gen zwischen den USA und China. Angekündigte Zollerhöhungen und Gegenmassnah-men, insbesondere im Bereich seltener Erden, sorgten wiederholt für Marktreaktionen. Zwar kam es im Quartalsverlauf zu temporären Vereinbarungen, die grundsätzliche Unsi-cherheit über das zukünftige Handelsregime bleibt jedoch bestehen.
In Europa wird die Konjunktur vor allem durch einen robusten Dienstleistungssektor ge-tragen, während die Industrie weiterhin unter Druck steht, insbesondere in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum wuchs im Jahresvergleich um rund 1.4%. Der Arbeitsmarkt zeigte sich insgesamt stabil, begleitet von einem moderaten Beschäfti-gungswachstum. In Frankreich sorgten Diskussionen über mögliche Neuwahlen für poli-tische Unsicherheit. In der Schweiz ging das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2025 um 0.5% zurück, was hauptsächlich auf rückläufige Exporte im chemisch-pharmazeutischen Sektor zurückzuführen war. Positiv zu werten ist jedoch die Mitte No-vember erzielte Zolleinigung mit den USA, in deren Rahmen die zuvor geltenden 39%-Zölle auf Schweizer Waren auf 15% gesenkt wurden. Auf die Zolleinigung muss aber eine fixe Vereinbarung folgen.
Geopolitisch rückten der Nahe Osten und die Ukraine erneut in den Fokus. Im Nahen Os-ten wurde zwar eine Waffenruhe vereinbart und auch im Ukraine-Konflikt intensivierten sich die diplomatischen Gespräche. Langfristige Lösungen zeichnen sich allerdings bis-lang begrenzt ab. Entsprechend bleibt das globale Umfeld fragil und weiterhin stark von politischen Entscheidungen geprägt.
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