Marktkommentar 2. Quartal 2026
Das zweite Quartal 2026 knüpfte an das bereits zuvor von geopolitischer Unsicherheit geprägte Umfeld an, verlagerte den Schwerpunkt jedoch deutlich auf den Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran/Hisbollah sowie die Blockade der Strasse von Hormus, ein Nadelöhr für den weltweiten Energiehandel. Wiederholte Waffenstillstände, neue Drohungen und zwischenzeitliche Angriffe führten zu einem volatilen Umfeld. Erst gegen Quartalsende zeichnete sich mit der Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran eine gewisse Entspannung ab, auch wenn zentrale Punkte wie der Umgang mit dem iranischen Nuklearprogramm und die nachhaltige Öffnung der Strasse von Hormus noch nicht abschliessend geklärt sind.
In den USA blieb die Konjunktur grundsätzlich widerstandsfähig, zeigte aber eine weniger breit abgestützte Dynamik. Das annualisierte BIP-Wachstum im ersten Quartal lag bei 2.1%, wobei Investitionen, Exporte und Staatsausgaben stützend wirkten, während der private Konsum deutlich schwächer ausfiel. Am Arbeitsmarkt zeigte sich ein gemischtes Bild: Die Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft stieg im Mai um 172’000 Stellen während die April- und März-Zahlen nach oben revidiert wurden und die Arbeitslosenquote blieb mit 4.3% stabil. Gleichzeitig deuteten rückläufige Neueinstellungen und tiefere Kündigungen aber auf ein weiterhin vorsichtiges Einstellungsumfeld hin.
In Europa blieb die konjunkturelle Dynamik schwach. Das BIP des Euroraums ging im ersten Quartal um 0.2% gegenüber dem Vorquartal zurück, während die Beschäftigung nur noch leicht zunahm. Die Belastung durch höhere Energiepreise, steigende Zinserwartungen und eine verhaltene Konsumnachfrage wirkte dämpfend auf die wirtschaftliche Aktivität. Anders in der Schweiz, wo das BIP im ersten Quartal um 0.4% anstieg nach 0,2 % im Vorquartal. Getragen wurde diese positive Entwicklung in der Schweiz vor allem dank eines robusten Industriesektors und höheren Staatsausgaben. Auch Grossbritannien konnte für das erste Quartal ein Wachstum von 0.6% ausweisen. Allerdings verschärft sich die politische Unsicherheit nach dem Rücktritt von Premierminister Starmer im Land.
China wuchs im ersten Quartal um 1.3% gegenüber dem Vorquartal und behauptete sich damit solide. Insbesondere Chinas Exporte zeigen ein stabiles Wachstum und stiegen im Mai um knapp 20% gegenüber dem Vorjahr. Auch Japan zeigte mit einem Quartalswachstum von rund 0.5% eine robuste Entwicklung in den ersten Monaten des Jahres.
Zum gesamten Bericht: